17 | 05 | 2008
Magnesiumtest
Sonntag, 16. April 2006 um 17:36

.:: Herstellung Magnesiumtest ::.


(Bei dieser Methode wird die -bei der Messung- aktuelle Calciumkonzentration benötigt!)

Vorteile des selbstgemachten Tests
• funktioniert zuverlässig
• sehr viel billiger
• bei gewissenhafter Herstellung überaus genau

Das einzig Schwierige könnte vielleicht als "Nichtchemiker" die Beschaffung der Chemikalien bzw. der Zugang zu den Geräten (Waage, Messkolben,...) sein. Man kann es aber in Drogerien, Apotheken, Kleinchemikalienhandel,... versuchen.

Chemikalien
• ~ 12 % Ammoniak (Vorsicht, ätzend!)
• ~ 0,08 M EDTA (Ethylendiamintetraessigsäure)
• Indikator-Puffertabletten (für Titriplex/Merck)
• Demineralisiertes Wasser (bzw. Dest. Wasser)

Herstellung
Maßlösung (EDTA):
Hier nimmt man am besten eine fertige 0,1M EDTA Lösung und verdünnt sie ein wenig.
Zum Beispiel füllt man 80 ml 0,1M EDTA auf 100 ml mit Wasser auf (Messkolben) - Kompromiss zwischen Genauigkeit und Tropfenverbrauch.

Ermittlung der "Tropfenstärke"
(Damit wird ermittelt, wieviel Milligramm Magnesium ein Tropfen Maßlösung entspricht).
z.B. 12,169 g MgSO4*7H2O (Magnesiumsulfat-Heptahydrat) in 1 Liter Wasser auflösen (Messkolben) --> ergibt eine Lösung von 1200 mg/L.
Von dieser Standard-Lösung werden 2 ml entnommen (z.B. mit Spritze) und - wie unter dem Punkt "Messung" beschrieben - gemessen. Aus der Anzahl der Tropfen lässt sich dann die "Tropfenstärke" berechnen. Ein Verbrauch von z.B. 25 Tropfen bedeutet --> 1 Tropfen entspricht 48 mg Magnesium.

• Durch Variation der Konzentration der Maßlösung bzw. des Volumens des zu messenden Aquariumwassers (Standard), kann man z.B. die "Tropfenstärke" verringern ( --> genauere Ergebnisse, jedoch größerer Tropfenverbrauch).
• Eine andere Möglichkeit wäre, bis zu einem gewissen Punkt mit der 0,8M EDTA (oder einer konzentrierteren EDTA) zu titrieren und danach mit einer verdünnten EDTA fertig titrieren - so kann man mit wenig Tropfen, genaue Ergebnisse erzielen.

Hier sei noch einmal erwähnt, dass es nicht wichtig ist, exakte Konzentrationen bei der/den Maßlösung/en zu verwenden --> Ungenauigkeiten werden mit Hilfe der "Ermittlung der Tropfengröße" eliminiert.

Messung
• genau 2 ml Aquariumwasser in eine Messküvette geben (z.B. von einem alten Testset)
• einen kleinen Teil einer Indikator-Puffertablette (bzw. eine Spatelspitze von gepulverten Indikator-Puffertabletten) im AQ-Wasser lösen
• 3-4 Tropfen Ammoniak zugeben und schütteln
• so lange die Maßlösung tropfenweise zugeben und zwischendurch schwenken, bis die Farbe von rot/gelb nach grün umschlägt --> die Anzahl der verbrauchten Tropfen multipliziert man nun mit der "Tropfenstärke".
• nun wichtig: Von dem berechneten Wert muss man nun die aktuelle Calciumkonzentration abziehen, da bei dieser Methode Calcium mittitriert wird! (1872 (ber. Wert) - 440 (Ca) = 1432 mg/L Mg)


Update
Da ich immer wieder Probleme mit einer konstanten Tropfengröße gehabt habe, verwende ich nun eine andere Methode, die viel genauer und reproduzierbarer ist:

Man nimmt eine 1 ml Spritze mit 0,01ml Unterteilungen (100 Teilstriche) und steckt eine Eppendorf-Pipettenspitze auf die Spritze (eine Kanüle müsste auch gehen - ev. Spitze vorher abschneiden/wegfeilen wegen Verletzungsgefahr). Nun zieht man die Maßlösung auf, bis der Stempel der Spritze bei „1 ml“ steht. Dann gibt man in kleinen Schritten die Maßlösung zu und liest den Wert ab - wenn der Stempel nun z.B. bei „0,1 ml“ steht, hat man 0,9 ml verbraucht. Vorher muss man natürlich noch die Standardlösung messen --> im oben gezeigten Beispiel wären das dann theoretisch 1,25 ml (mit 1 Tropfen = 0,05ml), was rechnerisch 9,6 mg/L Mg/Ca pro Teilstrich ergeben würde. Bei der Messung (39 Tropfen) würde dann 1,95ml verbraucht werden.
Da man aber jedes Mal die Spritze einmal neu befüllen muss (ist zwar ohne Probleme möglich, jedoch braucht der Test dann mehr Zeit), kann man auch die EDTA-Maßlösung konzentrierter machen. Zum Beispiel würde man mit einer doppelt so konzentrierten Maßlösung (0,16M EDTA) pro Teilstrich 19,2 mg/L Mg/Ca titrieren und so bei dem oben stehenden Beispiel nur 0,98 ml Maßlösung verbrauchen (Verbrauch bei Standardlösung 0,63 ml).


Viel Spaß beim Testbasteln :-)

Das Nachmachen erfolgt ausdrücklich auf eigene Gefahr!
Es sei ebefalls darauf hingewiesen, dass man natürlich vorsichtig beim Umgang mit Chemikalien sein muss (Sicherheitsdatenblätter sind z.B. im Internet einsehbar).

Aktualisiert ( Sonntag, 23. März 2008 um 13:20 )