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17 | 05 | 2008
Glasrosenplage
Samstag, 10. Dezember 2005 um 17:14

.:: Glasrosenplage ::.


Vor einigen Monaten tauchten in meinem Anemonenbecken plötzlich Glasrosen auf, die mich aber weiter nicht beunruhigten ("ist sowieso nur das Anemonenbecken und dort sollen sie sich meinetwegen ausbreiten"). Das war jedoch ein Fehler, denn nach ein paar Wochen fand ich die ersten kleinen Anemonen in meinem, über einen Wasserkreislauf an das Anemonenbecken angeschlossene, Riffaquarium, das bis zu diesem Zeitpunkt vollkommen glasrosenfrei war. Sofort begann ich, die Glasrosen mit einem Calciumhydroxidbrei (Ca(OH)2 mit heißem Wasser anrühren und in eine Spritze geben) zu bespritzen, doch blieb der große Erfolg aus. Zwar wurden die Glasrosen fast immer vernichtet, doch tauchten anderswo schon die nächsten auf (Glasrosen können - etwa bei Stress - kleine Glasrosen in das Wasser abgeben). Da ich meine anderen Tiere nicht regelmäßig mit Calciumhydroxid „belasten“ wollte bzw. eben nicht alle Glasrosen erreicht werden konnten (versteckte bzw. nach unten hängende usw.), suchte ich nach einem natürlichem Fressfeind.
Dabei kristallisierten sich 3 Tiere heraus:
1. Tangfeilenfisch
2. Berghia verrucicornis (Nacktschnecke)
3. Lysmata rathbunae (bzw. wurdemanni)

Tangfeilenfische
Zufällig sah ich bei einem Händler einen Tangfeilenfisch, den ich mir versuchsweise mit nach Hause nahm. Es war wirklich ein interessanter, friedlicher Fisch, jedoch schmeckte ihm das Frostfutter viel besser als meine Glasrosen. Ebenfalls soll er (fast immer) irgendwann einmal an Korallen, Krustenanemonen usw. gehen, was ihn auch nicht zu einem ideal Fisch für mein Aquarium machte. Daher zurück zum Händler.

Berghias
Diese besaß ich zwar nie selber, jedoch zeigten sich in vielen Berichten in diversen Foren, dass sie anscheinend sehr leicht von anderen Riffinsassen gefressen werden und man einen ganze Armee braucht, um einer Glasrosenplage Herr zu werden (großer Aufwand mit dauernder Nachzucht bzw. sehr teuer, falls man gleich eine größere Anzahl kaufen möchte).

Lysmata rathbunae (bzw. wurdemanni)
Daher fiel mein Augenmerk auf die Lysmata rathbunae bzw. wurdemanni-Garnelen. (Kurze Zwischenbemerkung: meiner Erfahrung nach, werden hier in den Meerwassergeschäften fast immer Rathbunae’s als „Wurdemanni’s“ verkauft, was aber vollkommen egal ist, da beide Arten gleich gut Glasrosen fressen).
Das größte Problem bei diesen Garnelen ist, dass sie ebenfalls recht teuer sind (Preise von 22,5 € - 28 €!) und man schon eine größere Anzahl braucht, um Erfolg zu haben.
Nun kam mir die Idee, dass ich vielleicht selber anfangen sollte, diese Garnelenart zu züchten. Gesagt, getan --> siehe Artikel „Zucht von Lysmata rathbunae (bzw. wurdemanni)

Also beschaffte ich mir 3 L. rathbunae, die ich, nachdem sie einige Male in meinem Zuchtbecken Larven freigelassen hatten, in mein glasrosenverseuchtes Anemonenbecken setzte. Und siehe da, kurze Zeit darauf waren so gut wie alle Glasrosen verschwunden.

Fazit
Nach meinen bisherigen persönlichen Erfahrungen bzw. Erfahrungen und Berichten anderer Aquarianer, sind die Garnelenarten L. rathbunae (bzw. wurdemanni) am Besten für eine gezielte und effiziente Glasrosenbeseitigung - besonders in „kleinen“ Aquarien - geeignet.
Ich muss mich zwar noch etwas gedulden, bis ich meine Nachzuchten auf die Glasrosen im Riffaquarium loslassen kann, jedoch bin ich sehr zuversichtlich, da die Nachzuchten bereits nach wenigen Tagen im Aufzuchtbecken Glasrosen verspeisen Cool
Aktualisiert ( Sonntag, 23. März 2008 um 13:05 )